OPUS

Disentangling the Victimization-Fear Paradox : An Emotional Developmental Perspective on Precautious Behavior

Auflösung des Kriminalitätsfurcht-Paradox : Eine emotionsentwicklungspsychologische Perspektive auf Vorsichtsverhalten

  • The victimization-fear paradox describes the finding that older adults are more afraid of becoming a victim of crime than younger adults, although they are statistically less frequent victims. This result is mainly based on the so-called standard question. In contrast, questions regarding the frequency of experiencing fear of crime and the risk assessment show no age differences. Older adults, however, behave more cautious, which may explain the lower victimization firstly, on the other hand, however, may underestimate the frequency of fear. Within the framework of an action-theoretic approach, the question was how the age-related increase in precautious behavior can be explained. Fear of crime has been worked out within an emotion theoretical approach. In the first three studies the increase of precautious behavior has been studied as an expression of heightened fear caused by an age-related increase in physical vulnerability. Situational fear of crime was induced by means of a vignette technique. While there was a positive relationship between physical vulnerability, situational fear, and precautious behavior, older adults did not generally respond with higher fear. On the contrary, in two vignettes younger adults reported reliably more fear than older adults. In two other studies, age differences were examined in the threat evaluation with a modified affective priming task. Here, young adults showed a larger priming effect than older adults. When time to respond was shortened experimentally, the magnitude of the priming effect increased in both age groups. A negative correlation between the frequency of fear and the size of the priming effect among the older adults provides evidence that (negative) information is processed differently in this age group. The last study explores precautious behavior as an age-related change in gain-risk calculations. Risk behavior might be associated with gains that lose their incentive value with age. Moreover, older adults might have modified ways of avoiding risky behavior. In general, the studies provide insights in the complexity of the subject matter. While situational fear of crime seems not to generally increase with age, the results of the priming studies indicate that care needs to be taken with regard to potential regulation mechanisms in responding to the tasks. Moreover, the findings clarify that an approach has to be taken that employs various measurement techniques as well as an integration of different theoretical advances.
  • Das Viktimisierungs-Furcht Paradox bezieht sich auf den Forschungsbefund, dass ältere Erwachsene sich mehr davor fürchten, Opfer eines Verbrechens zu werden, als jüngere, obgleich sie statistisch betrachtet seltener Opfer werden. Dieses Ergebnis geht vor allem auf die sogenannte Standardfrage zurück. Im Gegensatz dazu zeigen Fragen nach der Häufigkeit des Kriminalitätsfurchterlebens und der Risikoeinschätzung keine Altersunterschiede. Ältere Erwachsene verhalten sich jedoch vorsichtiger, was zum einen die geringere Viktimisierungsrate erklären könnte, zum anderen jedoch auch die Furchthäufigkeit unterschätzen könnte. Im Rahmen eines handlungstheoretischen Ansatzes wurde der Frage nachgegangen, wie sich die Zunahme im Vorsichtsverhalten erklären lässt. Dabei wurde Kriminalitätsfurcht emotionstheoretisch herausgearbeitet. In den ersten drei Studien wurde Vorsichtsverhalten als Ausdruck einer durch Zunahme an physischer Vulnerabilität bedingten erhöhten Furcht untersucht. Dabei wurde mit Hilfe von Vignetten Furcht situational induziert. Während es einen positiven Zusammenhang zwischen physischer Vulnerabilität, situationaler Furcht und Vorsichtsverhalten gab, reagierten ältere Erwachsene nicht generell mit höherer Furcht. Im Gegenteil, bei zwei Vignetten berichteten jüngere Erwachsene reliabel mehr Furcht als ältere Erwachsene. In zwei weiteren Studien wurden Altersunterschiede in der Bedrohungseinschätzung mit einer modifizierten affektiven Primingaufgabe geprüft. Hierbei zeigten junge Erwachsene einen größeren Primingeffekt als ältere, wobei sich in beiden Altersgruppen der Primingeffekt unter Manipulation des Zeitdrucks erhöhte. Ein negativer Zusammenhang zwischen Furchthäufigkeit und der Höhe des Primingeffekts bei den älteren Erwachsenen liefert Hinweise darauf, dass (negative) Informationen innerhalb dieser Altersgruppe unterschiedlich verarbeitet werden. Die letzte Studie bietet einen vertieften Ausblick auf die Konzeption des Vorsichtsverhaltens als Ausdruck eines für ältere Erwachsene verringerten Anreizes der mit Risikoverhalten potentiell einhergehenden Gewinne und veränderter Möglichkeiten des Vermeidens riskanten Verhaltens. Insgesamt bieten die Studien einen Einblick in die Komplexität des Konstrukts Kriminalitätsfurcht. Während situationale Kriminalitätsfurcht nicht generell mit dem Alter zuzunehmen scheint, verweisen die Ergebnisse der Primingstudien darauf, dass Regulationsmechanismen berücksichtigt werden müssen, welche die Bearbeitung der Aufgaben beeinflussen. Darüber hinaus verdeutlichen die Ergebnisse der einzelnen Studien, dass ein Vorgehen gewählt werden muss, welches sowohl verschiedene Messmethoden als auch unterschiedliche theoretische Ansätze integriert, um dem Untersuchungsgegenstand Rechnung zu tragen.
Metadaten
Author:Cathleen Kappes
URN:http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:hil2-opus-1792
Advisor:Werner Greve
Document Type:Doctoral Thesis
Language:English
Date of Publication (online):2013/02/01
Publishing Institution:Universität Hildesheim
Granting Institution:Universität Hildesheim, Fachbereich I
Date of final exam:2012/12/19
Release Date:2013/02/01
Tag:crime; emotion induction; fear; old age; priming
GND Keyword:Alter; Emotionsinduktion; Furcht; Kriminalität; Priming
PPN:Link zum Katalog
Institutes:Fachbereich I / Psychologie
Dewey Decimal Classification:100 Philosophie und Psychologie / 150 Psychologie / 150 Psychologie
Access Rights:Frei zugänglich
Licence (German):License LogoVeröffentlichungsvertrag

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