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Was sich aus evaluativen Eintragungen in Förderplänen lernen lässt

  • Die Verwendung individueller Förderpläne ist eine seit langem etablierte Praxis in vielen Ländern. Als Planungsdokumente sollen sie primär dazu dienen, den schulischen Unterricht besser auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse einzelner Schüler*innen abstimmen zu können. Förderpläne beinhalten konzeptionell auch einen Abschnitt, in welchem die durchgeführten Fördermaßnahmen evaluiert werden sollen. Wie diese Anforderung von den Lehrkräften in den Dokumenten im Detail umgesetzt wird, ist weitgehend unerforscht und wurde daher in der vorliegenden Studie anhand einer Stichprobe von 112 authentischen Förderplänen aus einem Bundesland Deutschlands untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass evaluative Eintragungen in weniger als 40% der Dokumente vorlagen. In den Förderplänen, die solche Eintragungen enthielten, zog im Durchschnitt nur jede zweite Fördermaßnahme eine evaluative Eintragung nach sich. Ferner ließen sich Kategorien von evaluativen Eintragungen identifizieren, welche sich deutlich in ihrer inhaltlichen Relevanz für zukünftige Förderprozesse unterscheiden. Insbesondere zeigte sich, dass fast keine Bemerkungen zu Maßnahmen vorlagen, die nicht durchgeführt werden konnten oder modifiziert werden mussten, wenngleich derartige Sachverhalte mit Blick auf die Praxis individueller Förderung als erwartbar gelten dürfen. Die Ergebnisse der Untersuchung sind damit sowohl schultheoretisch als auch praktisch bedeutsam und lassen Schlussfolgerungen zu, wie diese Evaluationspraxis optimiert werden könnte. 
  • The use of individual education plans (IEPs) is a long-established practice in many countries. As planning documents, they should provide school-based instruction that is more closely matched to pupils’ skills and needs. IEPs conceptually also include a section in which the realised support methods are to be evaluated. How teachers put this requirement into practice in detail is largely unexplored. Therefore, it was investigated in the present study based on a sample of 112 authentic IEPs from one federal state in Germany. Results show that evaluative entries were present in less than 40% of the documents. On average, in IEPs that contained such entries, only every second support method was followed by an evaluative entry. Furthermore, different categories of evaluative entries were identified, which differ in their functional relevance for future support practices. In particular, it was found that there were almost no references to support methods that could not be carried out or had to be modified, even though such circumstances are to be expected given the practice of individual support. The study results are thus significant both in terms of school theory and practice and allow conclusions to be drawn on how this evaluation practice could be optimised.

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Metadaten
Author:Raphael Koßmann, Paula Marie Eilinghoff
URN:https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:hil2-opus4-12341
DOI:https://doi.org/10.18442/190
Series (Serial Number):Hildesheimer Beiträge zur Schul- und Unterrichtsforschung (3)
Publisher:Universitätsverlag Hildesheim
Place of publication:Hildesheim
Document Type:Book
Language:German
Year of Completion:2021
Publishing Institution:Universitätsverlag Hildesheim
Release Date:2021/07/27
Page Number:24
DDC classes:300 Sozialwissenschaften / 370 Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Licence (German):License LogoCreative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0