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Das Haus der Religionen in Hannover - ein Ort der Bildung und Begegnung verschiedener Religionen und Weltanschauungen

  • In modernen Gesellschaften leben viele Menschen mit unterschiedlichen Lebensdeutungen zusammen, die Zahlen nichtreligiöser Personen steigen in der Bundesrepublik Deutschland. Das gesellschaftliche Zusammenleben wird maßgeblich von dieser religiösen und weltanschaulichen Pluralität beeinflusst; Konflikte zwischen Vertreter*innen verschiedener Religionen, aber auch zwischen religiösen und nichtreligiösen Personen bleiben hierbei nicht aus. Eine zentrale Frage unserer Zeit lautet daher, wie die Religions- und Weltanschauungsfreiheit im Sinne des ersten Artikels der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 friedfertig gelebt werden kann. Als Zentrum für interreligiöse und interkulturelle Bildung versucht das bundesweit einmalige Haus der Religionen in Hannover, eine Antwort auf diese Frage zu geben. Ähnlich wie andere Großstädte sind auch die Landeshauptstadt Niedersachsens und das dortige alltägliche Stadtleben durch eine religiöse und kulturelle Vielfalt geprägt. Bereits 2016 lebten hier Menschen mit mehr als 170 Nationalitäten gemeinsam. Die Vielfalt religiöser Orte, an denen die Mitglieder verschiedener Religionen ihre jeweilige Tradition praktizieren können, ist enorm groß: Sie reicht von Synagogen, Kirchen, Moscheen über alevitische und buddhistische Zentren bis zu hinduistischen Tempeln. Aber auch weltanschauliche Perspektiven wie der Humanismus sind durch die Humanistische Vereinigung und der Humanistische Verband Deutschlands in Hannover institutionell vertreten. Vor dem Hintergrund einer Welle rassistisch motivierte Taten in den 1990er Jahren entwickelte sich in Hannover als Kontrapunkt ein vielseitiger interreligiöser Dialog, der seit 2006 durch humanistische Perspektiven erweitert wird. Die Akteur*innen des Hauses der Religionen sahen (und sehen) es an der Zeit, unter Wertschätzung der städtischen Vielfalt für Weltoffenheit, Dialog und damit eine demokratische Kultur einzustehen und sie gemeinsam zu fördern. Ziel ihrer Arbeit ist es, das Wissen übereinander zu stärken und herrschende Vorurteile, Unkenntnis oder bloß vermeintliche Kenntnis zu verringern. Aufgrund der steigenden Zahlen nichtreligiöser Menschen drängte sich die Frage auf, ob eine Öffnung des interreligiösen Dialogs, der im herkömmlichen Sinne den Dialog zwischen Vertreter*innen mindestens zweier verschiedener Religionen bezeichnet, für nichtreligiöse Personen sinnvoll und notwendig ist. Mithilfe von Beiträgen der Expert*innen Ulrike Duffing, evangelisch-lutherische Diplom-Religionspädagogin und Geschäftsstellenleitung des Hauses der Religionen, und Jürgen Steinecke, humanistischer Geschäftsführer der Regionalgeschäftsstelle Nord der Humanistischen Vereinigung, soll erörtert werden, welche potenziellen Möglichkeiten und Herausforderungen solche Dialoge in sich bergen.

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Metadaten
Author:Saskia Pagel
URN:https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:hil2-opus4-12372
DOI:https://doi.org/10.25528/069
Referee:Michael Schober
Advisor:Michael Schober, Jörg Bölling
Document Type:Master's Thesis
Language:German
Year of Completion:2021
Publishing Institution:Stiftung Universität Hildesheim
Granting Institution:Stiftung Universität Hildesheim
Date of final exam:2021/05/26
Release Date:2021/08/02
Tag:Dialog; Humanismus; Interreligiöser Dialog; Weltanschauung; nichtreligiös
Page Number:173
Institutes:Fachbereich I
DDC classes:200 Religion / 240 Christliche Erfahrung, christliches Leben
200 Religion / 290 Andere Religionen
Licence (German):License LogoCreative Commons - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0